Mittwoch, 19. Juni 2013

Gastbeitrag von Barbara:
Astrid Lindgrens glückliche kulinarische Welt

Schon seit einiger Zeit verbindet mich eine virtuelle Freundschaft mit Barbara Luetgebrune. Ihre schönen Texte und kulinarischen Ideen schätze ich sehr. Deshalb stelle ich meinen Blog gerne für ihre Beiträge zu Blog-Events zur Verfügung.





Astrid Lindgren, die großartige Erzählerin, hat - davon bin ich überzeugt - in mir nicht nur unbändigen Lesehunger geweckt, sondern auch den Appetit auf gutes Essen. Die allererste literarische Schlemmerei, bei der mir während des Lesens das Wasser im Munde zusammenlief, war ihr "Großes Aufräumen von Katthult". In der Geschichte setzt Michel aus Lönneberga den Weihnachts-Festschmaus seiner Familie kurzerhand den Armenhäuslern vor. Nicht weniger als 29 Gerichte lässt die Autorin ihren Michel den bettelarmen Menschen auftischen - von gepökelten Schweinerippchen über Heringssalat und Käsekuchen bis hin zu einem "kleinen, im Ganzen gebratenen Spanferkel, mit weißem Kandiszucker garniert". Nur ein einsames Würstchen bleibt am Ende übrig vom Gelage. Bis heute kann ich mich nicht entscheiden, was ich an dieser Geschichte am schönsten finde: Michels sicheres Gespür für Gerechtigkeit und sein so echtes, aus vollem Herzen strömendes Mitgefühl; die Genugtuung darüber, dass die hartherzige Chefin des Armenhauses am Ende Opfer ihrer eigenen Gier wird, oder eben diese Fülle herrlicher Genüsse, die da auf den Tisch kommt.

Meine Schwestern und ich haben Astrid Lindgrens Bücher verschlungen - und wir sind, zusammen mit den Mädchen vom Nachbarhof, selbst ein bisschen so aufgewachsen wie die Kinder aus Bullerbü. Wenn Astrid Lindgren in "Mein entschwundenes Land" schreibt "und wir spielten und spielten, so dass es das reine Wunder ist, dass wir uns nicht tot gespielt haben", dann beschreibt das unsere Kindheit ganz genau.

Spielen macht hungrig. Das weiß meine Mutter, die uns Nachmittag für Nachmittag bergeweise Marmeladenbrote strich oder auch Pickert buk, den wir mit Butter, Pflaumenmus oder Leberwurst gleich im Dutzend und oft um die Wette futterten. Und das wusste Astrid Lindgren, die die Figuren ihrer Geschichten liebevoll mit allerlei Köstlichkeiten versorgt. Egal ob Britta, Inga, Lisa, Lasse, Bosse, Ole und Kerstin aus Bullerbü, Lotta aus der Krachmacherstraße, der Meisterdetektiv Kalle Blomquist und seine Freunde von der "Weißen Rose" oder auch Lillebror und sein Kumpel Karlsson vom Dach - zwei Leckereien lassen sie alle sich in den Büchern immer wieder und für ihr Leben gern schmecken: Fleischklößchen und Zimtwecken. Dazu ein Krug Himbeersaft, und so ein scheinbar endloser Kindheitssommer lässt sich spielend meistern.


Über diesen Beitrag freut sich Shermin, die den wunderbaren Lesehunter, einen bibliophil-kulinarischen Blog-Event ins Leben gerufen hat.


Montag, 17. Juni 2013

Viel zu kurze Spargelsaison - Spargel, Saibling, Bärlauch

Das kalt-nasse Frühjahr hat meine Spargelpläne ziemlich zerstört. Ich hatte es mir so schön überlegt und wollte jede Spargelwoche mit zweimal Spargel voll genießen. Das hat so gut wie gar nicht geklappt. Dafür konnte ich wenigstens einmal schönes Spargelgericht auf den Tisch bringen.

Mit Bärlauch geht es mir, wie mit dem Spargel. Den mag' ich nur in der Saison und deshalb verarbeite ich ihn gerne frisch direkt aus dem Garten und aus dem Rest mache ich ein kleines Glas Bärlauchpaste. Das ist nur klein geschnittener Bärlauch, Olivenöl und Salz und dann ganz fein püriert. Leider muß ich es sagen: den besten Job macht hier der Thermomix.


Ehrlich gesagt, habe ich bei diesem Gericht kaum gekocht. Nur der Spargel wurde frisch zubereitet. Dazu schäle ich ihn, schneide ihn in Stücke, mariniere ihn mit Salz und Zucker. Wenn er Wasser gezogen hat, dünste ich ihn mit einem Stück Butter bißfest (geschlossener Topfdeckel!).

Den geräucherten Saibling habe ich auf dem Markt gekauft. Bärlauchpaste und die Bärlauchkapern sind aus meinem Vorrat. Den Saibling habe ich im Backofen erwärmt und sobald der Spargel gegart ist, kann schon angerichtet werden.

So macht schnelle Küche Spaß!




Samstag, 15. Juni 2013

Wie entstehen traumhafte Desserts?
Die Antwort kennt Lukas Zellermayr.

Zuhause habe ich wenig Gelegenheit mich mit unterschiedlichen Teigen zu beschäftigen. So hat mich der neue Kochkurs von Lukas Zellermayr mit dem Thema: " Mehl- Süß- und Nachspeisen" gleich angesprochen.

Den Weg zum Forstwirt in Harthausen, bei München kenne ich ja schon auswendig und habe mich auf einen schönen Tag in der sehr gut ausgestatteten Profi-Küche von Lukas gefreut.

So für den kleinen Hunger zwischendurch haben wir gleich mit selbstgemachtem Flammkuchen gestartet.

Darauf habe ich mich besonders gefreut, kleine Erdbeerbuchteln und das Vanilleeis dazu kühlte
parallel in der Eismaschine

Auch bei einem Dessertkurs braucht es unbedingt etwas Herzhaftes, sonst kann man sich auf die süßen Gerichte gar nicht mehr freuen. So lernten wir eine wunderbare Kartoffel-Focaccia und mit Roastbeef und verschiedenem Gemüse konnte sich jeder sein eigenes Sandwich "basteln".

Zum Schokoküchlein und den Erdbeeren lernten wir, wie Teller besonders dekorativ gestaltet werden können.
Ganz großes Kino!

Das ist das neueste Gimmick, für den Küchen-Junkie: der Fillini-Röllchen-Maker.
Sehr schönes Spielzeug für sensible Finger :-)

Deko, Deko, Deko - mit einfachen Mitteln und viel Kreativität lassen sich die schönsten Dekorationen herstellen.

Besonders angenehm: große, helle Profiküche und kleine Teilnehmergruppe.
Da kann jeder den Küchenchef genau beobachten.

Flammkuchen und Mittags-Brotzeit

Erdbeerbuchteln mit Vanilleeis

Focaccia mit Roastbeef

Schokokuchen mit flüssigem Kern, Erdbeeren in Balsamico-Karamell-Sauce


Schokosorbet, Kokosmousse in Papayagelee mit Ananassalat

Sicher könnt Ihr Euch vorstellen, daß die Desserts alle köstlich geschmeckt haben. Für mich war es wieder einmal sehr beeindruckend zu sehen, wie man aus den Einzelkomponenten diese wunderschönen Teller zaubert. Die meisten der einzelnen Dessertteile sind gut vorzubereiten und es macht wirklich Sinn, vorher über die Anrichtweise nachzudenken und auch entsprechende Dekoration vorzubereiten. Das möchte ich beim nächsten Mal unbedingt beherzigen.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Rhabarber-Chutney 2.0

Der Großteil der sehr reichen Rhabarber-Ernte aus dem Bürogarten wandert in ein Rhabarber-Chutney. Bereits letztes Jahr habe ich ein paar Kleinigkeiten geändert. Schon immer hat mich die Farbe gestört. Unser Rhabarber ist leider ein giftgrüner uns sehr saurer Vertreter seiner Gattung. Er hat leider kein kleines Stück roter Färbung. So wurde das Chutney immer unattraktiv dunkelbraun.

Jetzt war die Gelegenheit das Rezept nochmals zu verändern, da Indie, mein neuer AEG-Induktionsherd, mich sowieso herausgefordert hat. Beim alten Ceranfeld wusste ich genau, auf welcher Stufe und wie lange das Chutney dauert. So war ich schon ein bisserl nervös, ob alles gut geht.

Das erste Aufkochen ging wirklich blitzschnell auf der Power-Stufe "P" und danach habe ich auf Stufe 5 (so finde ich das nächstes Jahr auch wieder :-) ) herunter geschalten. Es ist schon angenehm, daß die Temperatur sofort reduziert ist und ich nicht bangen und kontrollieren muß, ob es nicht doch zu heiß wird und unten anbrennt. Überhaupt hatte ich den Eindruck, daß das Chutney gleichmäßiger gart und die Hitze besser verteilt ist. Ich mußte kaum umrühren. Früher ist es unten immer heißer und dicker geworden. Das hat sich auch auf die Färbung ausgewirkt.




2 kg Rhabarber
450 gr. Zwiebeln
25 gr. Ingwer gewürfelt
500 gr. Zucker
1 EL Salz
500 ml Honigessig
1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer
1 Prise gemahlener tasmanischer Pfeffer

Die Fäden des Rhabarbers ziehen und ihn in feine Würfel schneiden. Mit 400 gr. Zucker und Salz vermengen, ein paar Stunden stehen lassen, bis er Wasser gezogen hat.

Die Zwiebel fein würfeln und mit den restlichen 100 gr. Zucker in einer Pfanne etwas karamellisieren lassen. Den Ingwer schälen und fein würfeln, mit den Zwiebeln zum Rhabarber geben und mit dem Essig mischen.

Einmal aufkochen lassen und dann ganz langsam bei kleinster Hitze einkochen lassen. Ab und zu umrühren. (Wer das ohne Induktionsherd macht, muß regelmäßig umrühren). Am Ende den Pfeffer untermischen.

Noch heiß in Gläser füllen und sofort schließen.

Dienstag, 11. Juni 2013

Willkommen in der Boxen-Welt: Kochzauber lädt zum Kochevent in München

Jetzt hat sie auch mich erreicht, die "Boxen-Welt". Gelesen habe ich schon viel darüber, zuletzt bei den österreichischen Kollegen. Ein eigenes Urteil konnte ich mir bisher nur mit einer Gourmet-Box bilden, die überhaupt nicht zu meinen Vorstellungen von guten Lebensmitteln gepasst hat.

Und nun kam eine Einladung von dem Berliner Start-up-Unternehmen Kochzauber, zu einem Kochevent in den Räumen von Bild und Raum. Getreu dem Motto: "Mitreden kann man nur, wenn man es erlebt hat!" machte ich mich auf den Weg und wurde sehr nett empfangen. Ein liebevoll gedeckter Tisch mit kleinen gefüllten Tüten mit Linsen, Bulgur oder kleinen Nudeln als Tischkärtchen erwartete uns. Die große Schrankwand präsentierte das heutige Menü. Auf dem Herd brodelte schon der Saucenansatz und ich freute mich auf den Abend.

Alle drei Gerichte waren Rezepte aus vergangenen Kochboxen und die Foodblogger-Gruppe übernahm die Vorspeise. Max, der Koch fasste schnell Vertrauen zu uns und ließ uns einfach machen.


Wencke Harder, die Geschäftsführerin von Kochzauber, schilderte, wie die Idee entstanden ist. Oft fehlt einfach die Zeit einzukaufen und zu kochen. Gerade für berufstätige Mütter ist das schwierig und da kann sie sehr gut aus selbst erlebten Situationen sprechen. Wer sich vernünftig und mit guten Lebensmitteln ernähren will, muß auch Zeit dafür aufwenden. Hier sieht sich Kochzauber als Dienstleister, der den Einkauf abnimmt. Ein weiterer Vorteil ist die richtige Portionierung der Zutaten. Die sind genau auf das Rezept abgestimmt und es bleiben keine Reste.

Herzhaft-süßer Salsiccia-Couscous mit getrockneten Aprikosen und Paprika-Sauerrahm

Rosa gebratenes Kalbstückensteak mit Trüffelgnocchi und Kaffeesoße an
Feldsalat mit fruchtiger Granatapfel-Vinaigrette

Gebackener Rhabarber-Crumble mit Bourbon-Vanillesoße
Die drei Gerichte haben mir sehr gut geschmeckt und mich auch von der Qualität der Zutaten überzeugt. Es war ein rundum gelungener Abend und ich bin sehr gespannt darauf einmal eine Kochzauber-Box am heimischen Herd zu testen.


Der Abend ermöglichte uns auch Getränke, Knabbereien und Schokolade von kleinen Berliner Manufakturen zu verkosten. Das war für mich ein sehr interessanter Einstieg in eine neue Welt. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, daß sich in Berlin einiges tut und viele kleine Anbieter hochwertiger Lebensmittel auf dem Markt sind. Dieser Eindruck verstärkte sich bei meinem kürzlichen Berlin-Besuch und ich kann Euch hierüber noch viel berichten.

Sonntag, 9. Juni 2013

Fliederblüten-Sirup

Der Fliederblüten-Sirup wird am schönsten, mit den dunkelvioletten Blüten. Damit bekommt man einen hellen fliederfarbenen Sirup. Leider kann ich solche nicht mehr bekommen und unser Flieder ist sehr hell und färbt den Sirup eher ganz leicht rosa.

Wichtig ist, daß die Blüten ungefähr 3 Tage Sonne, ohne Regen-Unterbrechung, gesehen haben.


10 Fliederblüten-Dolden
1 ½ Liter Wasser
1 kg Zucker
2 Bio-Zitronen
30 g Zitronensäure

Die einzelnen Blüten sorgfältig von den Dolden abzupfen. Die Zitronen heiß abwaschen und in dünne Scheiben schneiden.

Das Wasser mit dem Zucker und der Zitronensäure zu einem Sirup aufkochen. Etwas abkühlen lassen und dann die Fliederblüten und die Zitronenscheiben hinein geben. Die Blüten müssen ganz vom Sirup bedeckt sein, deshalb mit einem Teller beschweren.

Den Ansatz 5 Tage abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Den Sirup abgießen und einmal kurz aufkochen lassen, wenn er zu lange kocht, verliert er an Aroma!

Noch heiß in Flaschen mit Twist-Off-Verschluss geben.

Der Sirup ist sehr aromatisch und schmeckt gut in Sekt und Wasser.





Freitag, 7. Juni 2013

Fliederblüten-Eis

Den Fliederblüten-Sirup hatte ich vor Jahren schon einmal gemacht und dann ein Rezept für ein Fliederblüten-Eis in der Landlust entdeckt. Die Idee hat mich gleich fasziniert aber ich war zu spät dran. Glücklicherweise ist es mir heuer während der Fliederblüte wieder eingefallen und ich konnte endlich am Fliederblüten-Eis basteln. Die Originalversion hat mir in vielen Teilen nicht gefallen.

Bei solchen Arbeiten, ist mir wieder aufgefallen, wie glücklich ich mit meinem AEG-Induktionsherd bin. Für das Aufschlagen der Eigelb verwende ich gerne eine dieser typischen Plastikrührschüsseln. Früher musste ich immer erstmal nachdenken, wo ich sie hinstelle und da passieren schon mal Fehler :-). Heute kann ich sie einfach neben dem Topf mit der heißen Flüssigkeit placieren und es passiert kein Malheur, weil der Herd immer kalt ist. Sehr schön!


2 Fliederblüten-Dolden
300 ml Milch
300 ml Sahne
4 EL Akazienhonig
Prise Salz
1 Blatt Gelatine
4 Eigelb

Den Flieder nach einer trockenen, sonnigen Wetterperiode ernten (ca. 3 Tage wären gut). Die Dolden sollten voll aufgeblüht und noch nicht angewelkt sein.

Die Blüten einzeln von den Stielen zupfen und mit der Milch und der Sahne übergießen und über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank geben.

Am nächsten Tag die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Fliedermischung einmal aufkochen lassen und die Fliederblüten durch ein feines Sieb abpassieren. Die ausgedrückte Gelatine in der heißen Flüssigkeit auflösen. Prise Salz und Honig zugeben und gut verrühren.

Die Eigelbe schaumig schlagen und die heiße Flüssigkeit zugeben und weiter rühren. Die Eismasse abkühlen lassen und ein paar Stunden im Kühlschrank erkalten lassen. In eine Eismaschine geben und gefrieren.



Leider überträgt sich die hübsche Farbe nicht auf das Eis und es sieht aus wie ein Vanilleeis. Für den Flieder-Effekt habe ich ein paar Fliederblüten kandiert. Das ist ein ziemliches Geduldspiel aber es lohnt sich.

Dafür braucht Ihr einzelne, schöne Fliederblüten, Zucker, Wasser, Zitrone und Backpapier.

30 gr. Zucker mit 15 gr. Wasser aufkochen und solange kochen lassen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Mit etwas Zitronensaft abschmecken. Den Sirup vollständig erkalten lassen. Die Fliederblüten einzeln in den Sirup tauchen und dann abtropfen lassen. Darauf achten, daß die Blüten nicht zusammenkleben. Zum Abtropfen klebe ich sie kurzzeitig an den Topfrand.

Etwas Zucker in eine kleine Schale geben. Die Fliederblüten hineingeben und mit dem Zucker bestreuen. Darauf achten, daß sie rundum mit Zucker bedeckt sind. Auf einen Teller, der mit Backpapier belegt ist, legen und vollständig trocknen lassen.

Eine kleine Pinzette erleichtert die Arbeit.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Sommer in München:
La Terraza-Eröffnung im Cafe Reitschule

So rückblickend betrachtet habe ich den Sommer perfekt genutzt. An einem schönen Abend im Mai war ich eingeladen zur Eröffnung der Grill-Terrasse im Cafe Reitschule. Weitere Veranstaltungen im argentinischen Ambiente von La Terraza werden noch in Frankfurt, Köln und Hamburg folgen.

Klaus Pfeiffer, der Inhaber des Cafes Reitschule, hat kürzlich das schöne Weingut in Argentinien besucht und herrliche Weine und argentinische Grillspezialitäten mitgebracht. Dies alles konnten wir an dem stimmungsvollen Abend genießen.

Argentinisches Ambiente inmitten einer Münchner Terrasse.  Für die musikalische Untermalung sorgte die Band Buena Vida. Ein besonderes Highlight waren die beiden Tangos, die uns von dem Tanzpaar Lugo präsentiert wurden.

Klaus Pfeffer stellt Gonzalo Carrasco, den Kellermeister und den argentinischen Chefkoch der
Bodega Terrazas de los Andes,  Marcos Zabaletta und seinen Kollegen Manuel Debandi vor. 


Kulinarisch verwöhnt wurden wir gleich zu Beginn mit unglaublich knusprigen und würzigen Empanadas criolla, die mein Liebling des Abends waren. Daran schlossen sich Ziegen-Salbei-Bonbons mit jungem Spinat und Grapefruit-Reduktion an. Dazu hatten wir einen Terrazas Torrontés Reserva 2011 im Glas.

Zum Chardonnay Reserva 2011 wurden uns Forellen-Fasan-Focaccia mit Rosmarincrème  und Camembert mit Tomatenmarmelade und cremigen Maissüppchen serviert.

Jetzt wurde es Zeit für den ersten Rotwein, auf den ich als Cabernet-Sauvignon-Liebhaberin schon sehr gespannt war. Zum Cabernet Sauvignon Reserva 2010 gab es kleine Rouladen vom Flank-Beef mit Oliven, Criolla-Sauce und Polenta. Das zarte Fleisch vom Grill war sehr gut gewürzt und mein zweit-liebstes Gericht an diesem Abend.

Der Malbec Reserva 2010 wurde von einem Lamm-Pilz-Ragout mit Waldfrucht und Thymain-Jelly begleitet. Das süße Finale bestritten eine Dulce de Leche-Crème mit Haselnuß-Biskuit und flambierten weißen Früchten und der Terrazas Afincado Petit Manseng 2008.

Eine besondere Freude war es für mich, daß sich Gonzalo Carrasco noch Zeit genommen hat, um einige besondere Rotweine gemeinsam mit uns zu verkosten.

Die Argentinier haben die Heimreise angetreten, aber ihre schönen Weine und köstlichen Gerichte haben sie uns da gelassen. Wer das erleben möchte, kann dies in der Asado-Lounge im Café Reitschule. Sie ist bei guter Witterung immer Donnerstag bis Sonntag ab 18.00 Uhr geöffnet. Jetzt nur noch ein bißchen Daumendrücken, damit die Sonne uns gewogen ist.

Montag, 3. Juni 2013

Küchenquickies mit Stefan Marquard

Mir liegt eher das Praktische. Also keine Gebrauchsanweisung lesen, lieber mal die Knöpfchen drücken und schauen was passiert. Deshalb besuche ich so gerne Kochkurse. Da bekomme ich etwas erklärt, kann alles sehen und gleich ausprobieren.

Als ich erfahren habe, dass es von Stefan Marquard jetzt online-Kochkurse gibt, da war meine Neugierde sofort geweckt. Stefan zeigt 30 schnelle Gerichte, von denen keines länger als 15 Minuten dauert. Das musste ich sofort ausprobieren. Außerdem hat sich meine Freundin zur Weinprobe angekündigt und eine kleine "Unterlage" konnte da nicht schaden.

Angelacht hat mich ja vieles und ich konnte mich nur schwer entscheiden. Da meine Freundin sehr gerne Gemüse isst, sollte es unbedingt die Sellerielasagne werden. Zum "Ausgleich" gab es vorneweg das Asiatische Tatar.



Die Küchenquickies machen sofort gute Laune. Mit einem Klick ist das Gericht ausgewählt und die Einkaufsliste ist erstellt. Wenn ich daran denke, wieviel Zeit ich darauf verwende Einkaufszettel zu schreiben ist das schon mal eine gute Unterstützung. Sogar als E-Mail kann man die Liste verschicken und hat sie damit  im Zugriff auf dem Smartphone. So könnte man auch unterwegs entscheiden, was man Abends essen möchte und vergisst keine Zutaten.

Das notwendige Equipment wird ebenfalls aufgelistet. Also Töpfe und Messer bereitstellen, alle Zutaten waschen und aufbauen und schon geht es los. Wer die Sellerielasagne mal testen möchte, kann auf den Link unter dem Bild klicken und kommt direkt zum Video.


Mit einem Klick landet Ihr bei dem Video


Das hat Spaß gemacht. Mit Stefan koche ich sowieso am aller-liebsten :-). Er ist mit soviel Spaß und Begeisterung dabei, daß ich ihm immer ganz fasziniert zuschaue, wenn er kocht. Aber Halt: nicht nur gucken, mitkochen! Schließlich kommt meine Freundin in einer halben Stunde und die bringt Hunger mit. Und so schnibbeln wir gemeinsam vor uns hin und plötzlich ist das Tatar fertig - unangenehme Nebenwirkung, das Video ist leider auch aus.

Also, Tatar in den Kühlschrank und sofort auf die Sellerielasagne geklickt. Schon erklärt Stefan wieder mit einer Engelsgeduld, wie man den Sellerie in dünne Scheiben schneidet und der Topf steht schnell auf dem Herd. Ich bin schon ein bisserl im Vorteil, weil ich meinen neuen Freund, den AEG-Induktionsherd habe und Stefan auch mit Induktion kocht. Bei meinem alten Ceranfeld hätte ich jetzt das Video angehalten und gewartet, bis der Herd auf Betriebstemperatur ist.

Die Selleriescheiben sind gedämpft, die Füllung ist geschnitten, bei der Sauce musste ich improvisieren, weil ich die Tomaten vergessen hatte. Stattdessen gab es eine Mischung aus selbst eingemachter Tomatensauce und eingelegten Tomaten der letztjährigen Bürogarten-Ernte. Hat auch wunderbar geklappt.

Zwischenzeitlich ist meine Freundin eingetroffen und war gar nicht mehr aus der Küche zu bekommen. Sie wollte unbedingt das Video nochmal ganz sehen und mitkochen. Da habe ich sie zum Tatar anrichten eingeteilt und schnell die Lasagne geschichtet. Wie ich mir schon gedacht habe, war sie davon ganz besonders begeistert. Dieses Gericht trifft absolut ihren Geschmack. Auch Herrn bushcook und mir hat es ausgezeichnet geschmeckt.




Zu jedem Gericht gibt es auch noch passende Videos mit Erklärungen zu Grundlagen und Tipps und Tricks. Es ist also deutlich mehr, als nur ein Rezept. Oft sind in den Kochbüchern wichtige Arbeitsschritte nicht beschrieben und beim Nachkochen gibt es ziemliche Probleme. Deshalb gefallen mir die Küchenquickies so gut, weil man jeden Arbeitsschritt sehen kann und wenn man es nicht genau verstanden hat, dann könnte man das Video auch mehrfach anschauen. Man muß sich nicht großartig auf das Kochen vorbereiten. Einfach Gerichte auswählen, Zutaten kaufen, Zutaten bereit legen und loskochen.

Es gibt eigentlich keinen Grund mehr irgendein industrielles Fertigfutter zu essen. Die Zeit, die man da zum Auftauen oder Erwärmen braucht, die kann man sinnvoller zu einer lustigen Koch-Session mit Stefan nutzen. Nebenbei lernt man auch noch etwas und wenn man regelmäßig das Schneiden übt, wird man dabei auch schneller. Und kann endlich diese blöden Obst- und Gemüse-Quetscher wegwerfen! (Und ich weiß, wer jetzt ein bisserl zuckt :-) )


Irgendwie schäme ich mich gleich, wenn ich die Kommentare lese. Wer interesse hat, möge bitte diesem Link folgen:

http://www.kuechenquickies.de/gratis-video?optinDone=true

Sonntag, 2. Juni 2013

Ein ganz besonderes Erlebnis:
Küchentisch bei Vreni Giger in St. Gallen

Obwohl uns der Abschied aus dem Schwarzwald schwer gefallen ist, auf die nächste Station habe ich mich sehr gefreut. Zum Abschluß der Geburtstagsreise wollte ich gerne noch ein Highlight haben und so stand der Jägerhof von Vreni Giger in St. Gallen auf dem Plan. Seit ich in einem Kochbuch einen Bericht über sie gelesen hatte, wollte ich bei ihr essen. Als ich den Küchentisch entdeckte stand für mich fest: da möchte ich einmal sitzen und von Vreni Giger bekocht werden.

In den Restaurants der Spitzengastronomie gibt es meist nur wenig Küchentische und manchmal muß die Reservierung langfristig geplant werden. Küchentisch gibt es nur einen und dann könnt Ihr Euch vorstellen, welche Vorlaufzeit ich hatte.

Nach einer schönen Autofahrt durch die wunderbare Landschaft des Schwarzwalds, ganz oben lag sogar noch Schnee, kamen wir in St. Gallen an und wurden sehr herzlich von Frau Giger empfangen. In dem modernen Zimmer gleich unter dem Dach haben wir uns sofort wohl gefühlt. Das Mittagessen hatten wir vorsorglich ausgelassen und freuten uns rundum auf den Abend.

Wir wurden gleich in die Küche gebeten, wo der schön gedeckte Tisch auf uns wartete. Von dort aus hat man einen perfekten Blick in die Küche. Wir waren an einem Montag zu Gast und es war wenig Betrieb im Restaurant. Vreni Giger managte die Küche mit einem männlichen Azubi im dritten Lehrjahr und einer weiblichen Azubine im ersten Jahr. An der Spüle unterstützte der Praktikant, der demnächst die Ausbildung beginnen wird.

Auch im Service wurden wir von einer sehr charmanten Mitarbeiterin und einer weiblichen Auszubildenden begleitet. Zum Aperitiv gab es nicht nur diese zarten Schwiegermutterzungen, alle Mitarbeiter des Abends wurden uns vorgestellt. Das war so herzlich und nett, daß ich sogar noch immer gerührt bin, wenn ich diesen Bericht schreibe.

Liebevoll gedeckter Tisch mit Schwiegermutterzungen in drei Geschmacksrichtungen
(Rote Bete, Bärlauch, Safran und Naturelle)

Wurzelsalat mit Ziegenfrischkäse

Saiblingstatar mit Kartoffelstampf und Sauerrahm

Die Kartoffeln wurden mit Olivenöl und Essig gestampft.
Die ersten Gänge waren ein Hochgenuß für uns. Beste Produkte und gleichzeitig perfekt und auf sich selbst reduziert gekocht. Vreni Giger hat uns zwischenzeitlich immer erklärt, was gemacht wird und ich konnte auch viele Fragen stellen. So war das fast noch ein Kochkurs gleichzeitig.

Riesenscampi auf Radieschenpüree mit glasierten Radieschen

Für das Radieschenpüree wurden kleine Radieschen mit viel roter Schale bei geringer Hitze verwendet und
mit etwas Rotwein abgelöscht, um die Farbe zu erhalten.
Pulpo-Safran-Risotto mit Zander und gebratenem Pulpo

Der Pulpo wurde in Bratbutter zuerst mit kleiner Hitze und zum Schluß mit starker Hitze gebraten.
Morcheltöpfchen mit Ei

Kalbsbriesravioli mit Kalbsnierchen 
Gefüllter Kalbsschwanz mit Bärlauchpüree 
Joghurt-Limonengras-Mousse mit Apfel und Avocado und Limonengrasgranite

Cru Sauvage Macaron mit weissem Mocca-Eis

Espresso und Eiskaffee 
Der besondere Stolz des Hauses ist die Pralinenauswahl. Am Wochenende war eine große Veranstaltung und es waren nicht mehr alle Sorten vorrätig, ich fand die Auswahl so schon sehr reichhaltig und konnte mich kaum entscheiden, was ich nehmen möchte. Sie haben nicht nur wunderbar ausgesehen, sondern auch so geschmeckt.

Die beiden Desserts und die süße Begleitung zum Espresso wurden von dem AZUBI im dritten Lehrjahr komplett alleine angerichtet. Auch so etwas freut mich ganz besonders, wenn man erkennen kann, daß die jungen Leute gut ausgebildet werden und mit Freude und Engagement bei der Sache sind. Er konnte mir auch jede Frage zu den Gerichten beantworten.

Pralinenauswahl 
Hier kommt der von Euch sehnsüchtig erwartete Blick in die Küche - ich kenne Euch schließlich :-).
Im Hintergrund seht Ihr den jungen Patissier.

Küchenbetrieb

Wenn der Küchentisch nicht frei ist, nicht traurig sein. Auch das Restaurant ist sehr schön und einen Besuch wert.


Die Abende am Küchentisch sind sehr unterschiedlich. Bei uns hatte Vreni Giger viel Zeit und wir konnten uns den ganzen Abend intensiv austauschen. Wenn das Restaurant voll ist, wird das natürlich anders sein. Dafür kann man dann die gut organisierten Abläufe in der Küche besser verfolgen. Beides hat seinen Reiz.

Vielen Dank an Vreni Giger und das ganze Team. Das war der krönende Abschluß einer wunderbaren Reise.

Für ein bißchen Vreni Giger zuhause gibt es ihr schönes Kochbuch: